Left Lane Cruiser – Claw Machine Wizzard (2017)

Ein Mitbringsel vom Konzert in der Garage Deluxe neulich.

Was live ein mitreißender, schweißtreibender Blues-Noise-Rock ist, kommt auf CD deutlich strukturierter, aber nicht weniger explosiv rüber.

Perfekt zu Bier und Kentucky Burbon.

Flattr this!

The Dead South (Technikum München, 14.11.2017)

Mitten im alten Pfanni-Gelände, das mittlerweile zum großen Teil überbaut ist und in den letzten kulturell genutzten Resten jetzt Werkraum heißt, steht eine relativ neue Mehrzweckhalle: das Technikum. Von Außen recht unscheinbar, offenbart der Bau von innen den Charme eines Bürger- oder Gemeindesaals einer Oberbayerischen Kleinstadt. Da hilft auch der rote Samtvorhang im Bühnenhintergrund nicht, Stimmung entstehen zu lassen.

Zu allem Überfluss ist die Akustik schlimm. Vielleicht lag es ja auch am Mischer, aber gegen den unausgewogenen Sound ist die Akustik im Zenith fast schon als gut zu bezeichnen.

Devarrow, ein sympathischer kanadischer Busker, durfte den Anfang machen und hatte den Vorteil, dass Gitarre und Gesang noch klar rüberkamen.

Der angefolkete Indie-Rock von Shred Kelly, der in den besten Momenten an die Talking Heads, in den schlimmeren an Bryan Adams erinnerte, war aber schon so breiig, dass kaum Vergnügen aufkam.

The Dead South sind ohne Zweifel eine großartige Band. Und an ihnen lag es nicht, dass der Funke für mich nicht zündete. Gute Songs, alle Musiker beherrschen ihre Instrumente (Gitarre, Mandoline, Banjo, Cello) und Charisma haben sie obendrein. Dieses Konzert im Strom oder der Milla, mit einer ordentlichen Sound-Anlage wäre eines der Highlights des Jahres gewesen. So ging dann doch alles im Brei des Gemeindesaals flöten. Schade.

Flattr this!

Hochzeitskapelle (Pasinger Fabrik, 3.11.2017)

Freitag Abend, 21.00. Der ruhmreiche TSV hat gerade etwas holprig gegen Memmingen mit 2:0 gewonnen. Ich steh in Giesing vor dem Schau Ma Moi und trinke noch eine Sieges-Halbe im Stehen. Der Gesprächspartner ist gerade beim Bierholen oder -wegbringen. Facebook checken.
Und da das hier lesen:

Ich bin zwar nicht in der Nähe, muss da aber sowieso hin. Der Gesprächspartner wird vertröstet, die nächste S-Bahn Richtung Heimat geentert und in der Vorstadt rechtzeitig zum ersten Stück der Hochzeitskapelle ein freier Platz an der Bar bezogen.

Die Kapelle spielt fein auf, einige Stücke von der vorzüglichen Platte, einige kannte ich noch nicht, die aren aber auch schön. Das Publikum, gut durchmischtes Vorstadt-Kulturvolk, weiß die Hochzeitskapelle zu schätzen.

#perfectevening

Merken

Flattr this!

Micah P. Hinson (El Lokal, Zürich, 30.10.2017)

Diesmal Auswärtsfahrt. Micah P. Hinson und diverse Feiertage bieten den geeigneten Anlass, mal die wohl reichste und teuerste Stadt der Welt zu besuchen. Nachdem Mr. Hinson sonst offenbar Mitteleuropa meidet, und das El Lokal auf meiner Liste der zu besuchenden Venues auch ganz oben stand, gab’s keine Ausreden mehr. Und: es hat sich durchaus gelohnt.
Micah P. Hinson ist ein sehr zurückhaltender, fast schüchterner Mensch. Das gesamte Konzert bestreitet er mit geschlossenen Augen. Nur bei den weniger, dann aber durchaus unterhaltsamn Ansagen zwischen den Songs, strahlt er über’s ganze Gesicht.

Micah ist ganz alleine mit seiner Akustik-Gitarre unterwegs. Deshalb spielt er auch nicht – wie der Name des Konzertes nahelegt – das gesamte neue Album, sondern beschränkt sich auf ein Best-Of, angereichert mit einigen thematisch und musikalisch passenden Stücken von älteren Alben.

Die Schüchternheit, die melancholische Musik, die teils traurigen Texte und das fast zerbrechlich wirkende Äußere – das in kompletten Kontrast zu seiner starken, rauhen und vielseitigen Stimme steht – wecken das tiefe Bedürfnis, ihn in den Arm zu nehmen, und ihm tröstend „Alles wird gut“ ins Ohr zu flüstern – auch wenn man weiß, dass die Welt da draußen ein großer Haufen Mist ist.
Leider gab’s keine Zugabe, dafür aber eine Heimfahrt mit der Straßenbahn durchs nächtliche Zürich.

Merken

Merken

Merken

Merken

Flattr this!

Left Lane Cruiser & Donkeyhonk Company (Garage Deluxe, 27.10.2017)

Manche Konzerte bieten ganz wunderbare Entdeckungen. Hier war es die Donkeyhonk Company – irgendwo aus dem Oberbayrischen Outback in der Hallertau. Die drei Musikanten (Gitarre/Banjo, Bass, Schlagzeug) spielen auf, dass es auch einem HonkeyTonk irgendwo in den Wäldern zwischen Northeim Carolina und Kentucky zur Ehre gereichen würde. Ein paar Stücke in bayrischer Sprache wissen zu gefallen. Und da ist es sogar mehr als OK, dass sie es insgesamt dreimal schaffen, den großen Tom Waits zu covern, ohne dass es peinlich wird. Der Auftritt wird mit dem Kauf von zwei CDs belohnt.

Die Left Lane Cruiser habe ich schon mal 2014 erlebt und Haus sie durchaus positiv in Erinnerung. Dich was die zwei Jungs aus Indiana an dem Abend abzogen, war wirklich saugut. Treibender, krachend, schneidend, roh. Blues-Noise-Rock. Details fallen aus – künstlerische Finessen spült der Schweiß weg.

Flattr this!

The Dad Horse Experience – I am a stranger here below (2017)

Und nochmal Dad Horse Ottn. Aus dem KAP37 habe ich als physisches Andenken die neue CD mitgebracht.

Und das Ergebnis gefällt. nicht mehr ganz so experimentell wie der Vorgänger „Eating Meatballs…“ überrascht das Album doch mit umfangreicher Instrumentierung. Neben Tenorbanjo und Mandoline ist da bisweilen eine komplette Rockband zu hören. Das ist ungewohnt, weiß aber durchaus zu gefallen.

Ich persönlich mag Dad Horse Otten lieber pur. Wie etwa beim Jimmie Rodgers Jodelkracher „My rough and Rowdy ways“, oder meinem Favourite „Ich steig in die Bahn“.

Spread the sacred flu!

Flattr this!

Dad Horse Experience – KAP37 (19.10.2017)

Dad Horse Ottn hat auf seinem alljährlichen Abstecher „down south“ mal wieder in München im KAP37 vorbeigeschaut, um uns Südländern den Keller-Gospel zu predigen.

Wie immer eine schöne Mischung aus alten Dad-Horse-Klassikern, den obligatorischen Hank Williams- und Jimmie Rodgers-Reverenzen, und einiges neuere Material. Dazu launige Einleitungen und Erklärungen, und immer mal wieder wurde das Geburtstagskind des Abends besungen.

Leider war’s mal wieder viel zu kurz – ich kam zu spät und der Wirt machte am Ende recht deutlich, dass da nix mehr geht. Schade, ich hätte da noch deutlich mehr hölren können. Aber der Trost bleibt: Die Dad Horse Experience wird auch nächstes Jahr wieder da sein, um uns der Erlösung ein Stückchen näher zu bringen.

Die neue Platte hat er aber dagelassen. Da schreib ich in den nächsten Tagen auch noch zwei Zeilen dazu.

Flattr this!

Heather Nova (Muffathalle, 18.10.2017)

Heather Nova war in München. 23 Jahre, nachdem Oyster, das einzige Album von ihr, das ich wirklich kenne und damals auch viel und gerne gehört habe, erschienen ist. Und Heather Nova war da, um genau diese Album zu spielen. (Das zweite Album, Siren, kannte ich dann noch. Danach habe ich sie komplett aus dem Augen verloren)

Mit einer Gitarristin, einer Chellistin , sowei zwei Jungs an Bass und Schlagzeug spielte sie tatsächlich im ersten Teil des Konzertes das komplette Album durch. Und die Stücke sind erstaunlich gut gealtert. Die musik schwangt zwischen Pop und Indie-Rock, Heather Novas hphe Elfen-Stime schwebt darüber und erzält von Dingen, die sie als junge Frau bewegt haben. Danach noch ein paar weitere Stücke ein paar Zugaben und Schluss.

Nostalgisch war’s für mich, entspannt, aber mit kanpp 45€ für ein Ticket definitiv überteuert.

Flattr this!

Iron&Wine – Beast Epic (2017)

Sean Bean trug schon einen Fusselbart, als die heutigen Hipster selbst noch keinen nennenswerten Bartwuchs vorzuweisen hatten. Und er machte damals schon wunderschöne Musik. Er ist sich treu geblieben. Auch auf dem neuesten Album von Iron and Wine trägt er noch einen Bart und macht wunderschöne Musik. Typische, ruhige Iron and Wine-Musik. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im Februar kommt Iron and Wine nach München ins Muffatwerk.

Merken

Merken

Flattr this!

Howe Gelb – Further Standards – Ankündigung

Señor Gelb hat soeben ein neues Album angekündigt. Musikalisch, inhaltlich und von der Besetzung her wird das wohl eine Fortsetzung der letztjährigen Future Standards (u.a. mit Lonna Kelly) und verspricht, wieder entspannter Bar-Jazz zu werden.

Vorbestellen (Download und Vinyl – bislang keine CD!?) kann man das ganze auf Bandcamp. Release Date ist der 14. Oktober 24. November.

Leider lässt Howe ja schon seit einigen Jahren Süddeutschland, bzw. München ziemlich weit links liegen, und so werde ich mal wieder keines der Konzerte seiner November-Tour ansehen können.

Flattr this!