The Dad Horse Experience – I am a stranger here below (2017)

Und nochmal Dad Horse Ottn. Aus dem KAP37 habe ich als physisches Andenken die neue CD mitgebracht.

Und das Ergebnis gefällt. nicht mehr ganz so experimentell wie der Vorgänger „Eating Meatballs…“ überrascht das Album doch mit umfangreicher Instrumentierung. Neben Tenorbanjo und Mandoline ist da bisweilen eine komplette Rockband zu hören. Das ist ungewohnt, weiß aber durchaus zu gefallen.

Ich persönlich mag Dad Horse Otten lieber pur. Wie etwa beim Jimmie Rodgers Jodelkracher „My rough and Rowdy ways“, oder meinem Favourite „Ich steig in die Bahn“.

Spread the sacred flu!

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Iron&Wine – Beast Epic (2017)

Sean Bean trug schon einen Fusselbart, als die heutigen Hipster selbst noch keinen nennenswerten Bartwuchs vorzuweisen hatten. Und er machte damals schon wunderschöne Musik. Er ist sich treu geblieben. Auch auf dem neuesten Album von Iron and Wine trägt er noch einen Bart und macht wunderschöne Musik. Typische, ruhige Iron and Wine-Musik. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im Februar kommt Iron and Wine nach München ins Muffatwerk.

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Micah P. Hinson presents the Holy Strangers (2017)

Heiliger Fremder, was ein Album! Das neueste Studioalbum von Micah P. Hinson ist wirklich bemerkenswert. Ein großer Teil der Tracks sind Instrumentalstücke, zerbrechlich, bedrohlich, traurig. Die Lieder, bei denen Micah mit seiner knarzigen Stimme singt, sind allesamt kleine Folk-Schmuckstücke. Fast alle sind irgendwie abgrundtief traurig, handeln von Verlust und kaputter Liebe.

Musikalisch sind viele Streicher zu hören, analoge Tape-Spielereien, reduziertes Schlagzeug. Dazu der zwischen brüchig und kraftvoll wechselnde Gesang.

Nicht wirklich repräsentativ, aber dennoch einer der besten Tracks: Lover’s Lane:

Ende Oktober spielt Mr. Hinson im El Lokal in Zürich.

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Sarah Shook & The Devil – Seven (2012)

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen wissen lassen, dass man das Richtige getan hat.

Da mir das letzte Album von Sarah Shook (Sidelong, aufgenommen mit ihrer derzeitigen Band „The Disarmers“) ausnehmend gut gefallen hat, wollte ich auch ihr Debut haben. Probegehört auf Spotify, für gut befunden und auf die Suche begeben.
Auf keinem der sonst so von mir genutzten Vertriebswege war die CD erhältlich. Also ab auf disarmers.com und dort in den Store-Bereich und voilá: verfügbar und ready to ship. Die Versandkosten von den USA nach DE übersteigen zwar fast den warenwert, aber egal.

Zehn Tage später war das Päckchen da. Die sieben Tracks auf der CD sind durchweg klasse – insgesamt alles etwas zahmer, romantischer, zurückhaltender als „Sidelong“ – vielleicht auch, weil „The Devil“ ohne einen Schlagzeuger auskommen und so relativ spärlich instrumentiert sind. Shooks Stimme wirkt somit etwas sanfter, was aber auch seinen Charme hat.

Zurück zu den kleinen Dingen: Wenn man bei Amazon bestellt, zahlt man zwar weniger Versandkosten, aber beim Künstler bleibt weniger hängen. Und auf der schon etwas zerfledderten Rechnung steht dann auch kein persönlicher Gruß. Schön.

Mittlerweile ist das Album auf disrmers.com übrigens ausverkauft.

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Sarah Shook & The Disarmers – Sidelong (2017)

Für mich bislang das Album des Jahres. Selten hat mich eine Platte von ersten Hören an so überzeugt wie „Sidelong“.

Outlaw-Country at it’s best. Eine Sängerin mit ordentlich Rotz in Stimme und Texten, und mit den Disarmers eine fantastische Band.

Sarah Shook singt nicht sauber, nicht gerade, aber das, was sie singt und wie sie es singt, hört sich verdammt ehrlich an. Die Texte drehen sich – wie sich das bei guten Country-Songs nunmal gehört – um Alkohol, gebrochene Herzen und die eigene Mutter. Das leicht meckernde Vibrato in der Stimme, das sie manchmal einsetzt, habe ich so auch noch nirgends gehört.

Wenn Sarah Shook so weiter macht, werde ich noch viel Freude an ihr haben 🙂

 

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The Goddamn Gallows – 7 Devils (2015)

Die Goddamn Gallows sind derzeit meine absolut liebste Gutterbilly-Band diesseits der Rocky Mountains (vielleicht auch jenseits – ich weiß nicht, wo die Buben gerade stecken).

Hillbilly meets Punkrock mit einer ungesunden Portion Creep und fertig ist der perfekte Biertrink-Sound.


Eine der Bands, die ich unbedingt Mal live sehen möchte. Also: Falls das hier ein engagierter Booker lesen sollte: Ab nach München mit denen! Bitte!

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Willie Nelson – God’s Problem Child (2017)

„I woke up still not dead again today
The internet said I had passed away
But if I die and I wasn’t dead to stay
And I woke up still not dead again today“

still not dead

Neulich habe ich im Internet gelesen, dass in Versuchen mit Mäusen nachgewiesen wurde, dass bei älteren Exemplaren THC zu einer deutlichen Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten geführt hat.

Wenn man sich die neueste Platte des nunmehr 84jährigen Willie Nelson anhört, muß man anerkennen, dass exzessiver Konsum von Marihuana über lange Zeit hinweg weder das Leben verkürzt, noch langsam, dumm oder langweilig macht.

Mit „God’s Problem Child“ hat Willie ein echt rundes Ding abgeliefert. Er hat sich nicht neu erfunden, und führt alles auf, was typisch für ihn ist: klassischer Outlaw-Country, Balladen (Old Timer, True Love), und auch kitschiger Ami-Schlager ist dabei. 

Highlight ist der Titelsong, ein Blues, den er im Duett mit Leon Russel singt, sowie „It gets easier“, das wieder das Thema „Alter“ aufgreift.

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Amanda Palmer & Edward Ka-Spel – I Can Swing A Rainbow (2017)

Nicht wirklich neu im Plattenschrank, sondern lediglich im Download-Ordner, aber dennoch wert, kurz erwähnt zu werden.
Ich bin wirklich ein Fan von Amanda Palmer, allerdings nicht nur von ihrer Musik, sondern von ihr als Gesamtkunstwerk und wie sie sich inszeniert. Amanda Palmer hat es geschafft, indem sie offen und direkt mit den Menschen kommuniziert, eine künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen, die wirklich beeindruckend ist.
Rückgrat ist dabei mittlerweile Patreon. Die Idee hinter Patreon ist, dass Menschen, die Kunst oder andere Dinge erschaffen, sich von ihren Fans finanzieren lassen. Man kann als Patreon einem Künstler einen frei wählbaren Betrag entweder pro Monat oder aber auch pro „Thing“, also Song, Video, Buch, Bild, Konzertmitschnitt etc. zusagen und so dazu beitragen, dass dieser Künstler seine Kunst finanziert bekommt, ohne von Labels, Promotern oder Agenten abhängig zu sein.

Nachdem Amanda Plamer schon mal sehr erfolgreich ein Album über Crowdfunding finanziert bekommen hat und sich auch nicht scheut, Menschen um ihre Hilfe zu bitten (sie hat darüber einen schönen TED-Talk gemacht – s.u. – und ein ganzes Buch geschrieben), ist Patreon wie geschaffen für sie. Nicht zuletzt, weil sie das alles auch durch Twitter, Facebook und ihren Blog promoted.
Jedenfalls unterstützen über 9.000 Personen sie mit einer Summe von insgesamt gut 35.000$ pro „Thing“. Und damit lässt sich wohl ganz gut arbeiten.

Seit einiger Zeit bin auch ich Patreon von Fr. Palmer und unterstütze sie mit 3$ pro Veröffentlichung, und so bin ich dann auch an ihr neuestes Album gekommen.

geliehen von amandapalmer.net

Die Zusammenarbeit mit Edward Ka-Spel von den Legendary Pink Dots ist wirklich spannend. Das Album ist in keiner weise eingängig, hat wenig von der sonst so dominanten pathetischen, varietehaften Zirkus-Stimmung der anderen Amanda Plamer-Alben oder gar der dresden Dolls. Das Ganze ist sehr düsterer, elektronischer Indie-Pop. Melancholisch, ernst, streckenweise wunderschön, manchmal auch etwas langatmig. Nichts, was bei mir in die Heavy Rotation auf dem telefon kommt, aber durchaus etwas für einen ruhigen Abend.

Bald kommt sie nach München in die Muffathalle, da freue ich mich schon drauf.

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