Dock Boggs – Dock Boggs (1964)

Was für den Banjo-Nerd.

Dock Boggs war einer der Stilprägenden Oldtime-Banjo-Spieler aus den Appalachen. Während er seine ersten Aufnahmen bereits ind en Zwanziger Jahren des letzten Jahrunderts machte, hängte er das Banjo für nahezu 30 Jahre an den Nagel und startete erst in den 60er Jahren mit dem Folk-Revival wieder voll durch. Aus der Zeit stammen auch die Aufnahmen dieser CD, die im Rahmen von Mike Seegers Aufnahmen für Folkway/Smithonian entstanden.

Die CD enthält 15 großartige Tracks – meist Dock Boggs alleine mit seinem Banjo, auf ein paar Tracks wird er von einem Gitarristen begleitet.

Calexico – The Thread That Keeps Us (2018)

Ganz ehrlich: Calexico-Platten kaufe ich ja nur noch aus Gewohnheit, Nostalgie und der Vollständigkeit halber.

So auch die neue CD „The Thread That Keeps Us“ – aber dann bitte schön in der Deluxe-Version mit Bonus-Tracks.

Die CD ist ok. mir geht etwas der klare rote Faden ab – die Stücke mäandern zwischen Rock, Minimalismus und Mariachi ohne wirklichen Wiedererkennungswert.

Vielleicht muss ich mich aber auch nur erst noch reinhören…

 

 

Colter Wall – Colter Wall (2017)

Erst Januar und womöglich schon die Entdeckung des Jahres [1] Colter Wall ist ein blutjunger (22) Outlaw-Country-Sänger aus Kanada, der letztes Jahr mit dem selbstbetitelten Album sein Debut vorgelegt hat, nachdem er 2015 schon eine EP („Imaginary Appalachia“) veröffentlicht hatte. Sehr spärlich instrumentiert, oft nur mit der Akustikgitarre begleitet, singt er Mörderballaden und Liebeslieder. Clasic Country eben. Musikalisch erinnert das ganze oft an Townes van Zandt, bisweilen an Dave van Ronck oder auch mal Merle Haggard.

1: Mein last.fm-Account verrät mir, dass ich Colter Wall das erste mal im Sommer 2016 gehört ahbe, und auch 2017 durchaus einige male Songs von ihm durch meine Playlists gespült wurden. Richtig bewusst wurde mir der Herr aber erst im Dezember 2017. insofern ist das mit der „Entdeckung des Jahres“ schon ok 🙂

Donkeyhonk Company – Long Way Home (2102) und Honkrock (2016)

Mitbringsel vom schönen Leftlane Cruiser-Konzert in der Garage Deluxe.
Die Donkeyhonk-Company macht hübschen Honkeytonk-Bluegrass, und weil mir die Jungs live gut gefallen haben, gab’s für 15€ noch zwei CDs obendrauf.

Auf „Long Way Home“ ist die Company noch ohne Schlagzeug unterwegs, dafür hilft eine Mandoline aus und komplettiert 5-String Banjo/Gitarre und Kontrabass zur klassischen String-Band.

Auf der letztjährigen EP „Honkrock“ ist dann ein Schlagzeuger dabei, was den Sound etwas rockiger macht. Dafür ist ein Teil der Lieder auf Bayrisch.

The Dad Horse Experience – I am a stranger here below (2017)

Und nochmal Dad Horse Ottn. Aus dem KAP37 habe ich als physisches Andenken die neue CD mitgebracht.

Und das Ergebnis gefällt. nicht mehr ganz so experimentell wie der Vorgänger „Eating Meatballs…“ überrascht das Album doch mit umfangreicher Instrumentierung. Neben Tenorbanjo und Mandoline ist da bisweilen eine komplette Rockband zu hören. Das ist ungewohnt, weiß aber durchaus zu gefallen.

Ich persönlich mag Dad Horse Otten lieber pur. Wie etwa beim Jimmie Rodgers Jodelkracher „My rough and Rowdy ways“, oder meinem Favourite „Ich steig in die Bahn“.

Spread the sacred flu!

Iron&Wine – Beast Epic (2017)

Sean Bean trug schon einen Fusselbart, als die heutigen Hipster selbst noch keinen nennenswerten Bartwuchs vorzuweisen hatten. Und er machte damals schon wunderschöne Musik. Er ist sich treu geblieben. Auch auf dem neuesten Album von Iron and Wine trägt er noch einen Bart und macht wunderschöne Musik. Typische, ruhige Iron and Wine-Musik. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im Februar kommt Iron and Wine nach München ins Muffatwerk.

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Micah P. Hinson presents the Holy Strangers (2017)

Heiliger Fremder, was ein Album! Das neueste Studioalbum von Micah P. Hinson ist wirklich bemerkenswert. Ein großer Teil der Tracks sind Instrumentalstücke, zerbrechlich, bedrohlich, traurig. Die Lieder, bei denen Micah mit seiner knarzigen Stimme singt, sind allesamt kleine Folk-Schmuckstücke. Fast alle sind irgendwie abgrundtief traurig, handeln von Verlust und kaputter Liebe.

Musikalisch sind viele Streicher zu hören, analoge Tape-Spielereien, reduziertes Schlagzeug. Dazu der zwischen brüchig und kraftvoll wechselnde Gesang.

Nicht wirklich repräsentativ, aber dennoch einer der besten Tracks: Lover’s Lane:

Ende Oktober spielt Mr. Hinson im El Lokal in Zürich.