Amanda Palmer & Edward Ka-Spel – I Can Swing A Rainbow (2017)

Nicht wirklich neu im Plattenschrank, sondern lediglich im Download-Ordner, aber dennoch wert, kurz erwähnt zu werden.
Ich bin wirklich ein Fan von Amanda Palmer, allerdings nicht nur von ihrer Musik, sondern von ihr als Gesamtkunstwerk und wie sie sich inszeniert. Amanda Palmer hat es geschafft, indem sie offen und direkt mit den Menschen kommuniziert, eine künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen, die wirklich beeindruckend ist.
Rückgrat ist dabei mittlerweile Patreon. Die Idee hinter Patreon ist, dass Menschen, die Kunst oder andere Dinge erschaffen, sich von ihren Fans finanzieren lassen. Man kann als Patreon einem Künstler einen frei wählbaren Betrag entweder pro Monat oder aber auch pro „Thing“, also Song, Video, Buch, Bild, Konzertmitschnitt etc. zusagen und so dazu beitragen, dass dieser Künstler seine Kunst finanziert bekommt, ohne von Labels, Promotern oder Agenten abhängig zu sein.

Nachdem Amanda Plamer schon mal sehr erfolgreich ein Album über Crowdfunding finanziert bekommen hat und sich auch nicht scheut, Menschen um ihre Hilfe zu bitten (sie hat darüber einen schönen TED-Talk gemacht – s.u. – und ein ganzes Buch geschrieben), ist Patreon wie geschaffen für sie. Nicht zuletzt, weil sie das alles auch durch Twitter, Facebook und ihren Blog promoted.
Jedenfalls unterstützen über 9.000 Personen sie mit einer Summe von insgesamt gut 35.000$ pro „Thing“. Und damit lässt sich wohl ganz gut arbeiten.

Seit einiger Zeit bin auch ich Patreon von Fr. Palmer und unterstütze sie mit 3$ pro Veröffentlichung, und so bin ich dann auch an ihr neuestes Album gekommen.

geliehen von amandapalmer.net

Die Zusammenarbeit mit Edward Ka-Spel von den Legendary Pink Dots ist wirklich spannend. Das Album ist in keiner weise eingängig, hat wenig von der sonst so dominanten pathetischen, varietehaften Zirkus-Stimmung der anderen Amanda Plamer-Alben oder gar der dresden Dolls. Das Ganze ist sehr düsterer, elektronischer Indie-Pop. Melancholisch, ernst, streckenweise wunderschön, manchmal auch etwas langatmig. Nichts, was bei mir in die Heavy Rotation auf dem telefon kommt, aber durchaus etwas für einen ruhigen Abend.

Bald kommt sie nach München in die Muffathalle, da freue ich mich schon drauf.

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Rhiannon Giddens – Freedom Highway (2017)

Rhiannon Giddens kannte ich bislang vor allem als Teil und Gesicht der vorzüglichen Carolina Chocolate Drops. Vor wenigen Wochen hat sie nun ihr zweites Solo-Album veröffentlicht, das neulich in meinem Briefkasten lag.

Rhiannon Giddens weist Solo eine deutlich größere Bandbreite auf, als mit den Chocolate Drops. Das reicht von klassischen Oldtime-Minstrel-Banjo-Stücken bis hin zu Soul und HipHop – mir wird’s da streckenweise deutlich zu poppig,

Rhiannon Giddens - Freedom Highway

Anspieltips:

Ganz klassisch: Das Mississippi John Hurt-Cover „The Angels Laid Him Away“, virtuos: das Banjo-Instrumental „Following The North Star“. Schön traurig: „We Could Fly“

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Scott H. Biram – The Bad Testament (2017)

Scott H. Biram, eine meiner liebsten One-Man-Bands, hat mal weider ein neues Album veröffentlicht.

Scott H. Biram macht Country-Blues. Scott Biram hat aber auch Wurzeln im Punk und Metal. Und das hört man. ‚Train Wrecker‘ ist so ein Song, der gut auch von Antiseen stammen könnte.

Scott H. Biram - The Bad Testament

Während Biram früher™ seine Platten tatsächlich alleine und weitgehend live eingespielt hat – heißt: alle Instrumente auf einmal – zeichnet er sich jetzt dadurch aus, dass er die volle Instrumentierung selbst einspielt. Es gibt aber auch noch Gitarre/Gesang-Solo-Stücke wie z.B. ‚Swift Driftin“.

Lässt sich gut anhören, macht Spaß und Bock auf Bier.

Im Sommer kommt er nach Europa – leider nicht auch nur annähernd in meine Gegend.

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Nikki Lane – Highway Queen (2017)

Nikki Lane hat ihr drittes Album veröffentlicht.
Und auch wenn ich mich zuest so gar nicht damit anfreunden konnte, so kommt die Platte nach mehrmaligem Hören richtig gut.
Mit ein paar Tracks werde ich wohl nicht warm werden (‚Jackpot‘, zum beispiel ist ein für mich völlig überzogenes Country-Rock-Stück).
In den ruhigeren momenten wirkt Nikkis nöliger Gesang aber ungemein gut: ‚Companion‘, ‚Foolish Heart‘ sind richtig klasse.

Nikki Lane - Highway Queen

Auf jeden Fall freue ich mich, wenn Niki Lane am 28. Mai nach München kommt – letztes Jahr konnt ich ja leider nicht hingehen.

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Landler-Wiesn

Einmal im Jahr ist in München Ausnahmezustand. Und auch wenn man’s als „normaler“ Münchner zwischen den ganzen aufgebmaschelten Zugroasten in pseudo-bajuwarischer Tracht eigentlich nicht aushält, kann ich es mir als Familienmensch nicht leisten, den Kindern diese „Event“ vorzuenthalten.

Da heißt es dann, Augen zu und durch und das Beste draus machen.

Das im wahrsten Sinne Beste habe ich dann auch draus gemacht, nämlich Wiesn, wie sie sein sollte.

Samstag Mittags um 11:00 an den bereits wegen Überfüllung geschlossenen Zelten incl. Aussenanlagen vorbeigeschoben, pro Erwachsenem 3€ Schutzgeld entrichtet und ab auf die Oide Wiesn. Dort rein ins Herzkasperl-Zelt. Einen freien (!) Tisch in der ersten (!!!) Reihe geentert, und nach 5 Minuten Bier, Limo, Brezen und Hendl auf dem Tisch gehabt.

Und vorne auf der Bühne sitzen Senor G.Rag und seine Landlergschwister und machen den Vormittag perfekt. im Rahmen der wohl längsten Record Release Party ever haben die Gschwister dort diverse Auftritte absolviert, am Samstag und am Sonntag kann man die Herrschaften nochmal im Hezkasperl-Zelt und auf der Krinoline erleben.

Wer das nicht schafft, dem sei die neue CD „Honky Tonkin‘“ ans Herz gelegt, die ich dort gleich käuflich erwerben durfte. Besonders die extrem entspannte Version des Monaco Franze-Themes hat mir ausgesprochen gut gefallen. Und auch Hank Williams Sr. wird wieder ausgiebig gewürdigt:

Anschließend noch Riesenrad, Kettenkarussell und ein paar gebrannte Mandeln und um drei Uhr Nachmittags wieder daheim, bevor der Mob komplett durchdreht.

Wiesn kann also auch Spaß machen.
Fotos folgen, wenn ich meine Kamera mal wieder an den Computer anschließe…

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Evil Horde bei der Arbeit

Früher gab es in der Süddeutschen Zeitung im Bereich der „Münchener Kultur“ einen kleinen Bereich, der sich „Club-Szene München“ nannte. Hier wurden lokale Bands, Künstler, Veranstaltungen vorgestellt, die die redakteure für relevant, interessant oder kurios hielten.

irgendwann so um 1990 herum waren dann auch wir dran: Nach einer Vorbesprechung im Baader Café, bei der der Redakteur Kaffee trank und wir unser Bier selbst bezahlen mussten (woran David sich alles erinnern kann – unglaublich!), erschien dann folgender Artikel, den Frank jetzt wieder ausgegraben hat.

Welcher Song das mit dem Affen und King kong war, weiß ich aber nicht mehr.

Artikel Evil Horde SZ

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Musik-Rückblick 2012

Dieses Jahr versuche ich mal wieder einen kleinen Musik-Rückblick. Auf last.fm habe ich das ja wieder alles genau dokumentiert 🙂

Insgesamt habe ich letztes Jahr 10.597 Tracks gehört. Das sind 29 Lieder am Tag. Bei einer angenommenen Track-Länge von drei Minuten sind das eineinhalb Stunden. Eigentlich gar nicht sooo viel. Das war schon mal mehr.

Meine Top-10 Künstler waren dabei:

Giant Sand 638
The Avett Brothers 590
Slim Cessna’s Auto Club 580
Giant Giant Sand 433
Tom Waits 336
Hank Williams III 297
Howe Gelb 285
Calexico 250
Scott H. Biram 211
Scout Niblett 179

Bestes neues Album:

Es gab einige neue Platten von Bands, auf die ich mich gefreut habe. Eine leichte Enttäuschung war das neue Neurosis-Album „Honor found in Decay„. Das ist etwas brav geraten (folglich bislang nur 29 Plays). Auch“Enslaved“ von Soulfly ist etwas langweilig geraten. Das habe ich aber immerhin 85 mal gehört. Dazu kamen neue Platten von Sarah Blasko (24), Hank III (58) und G.Rag y los Hermanos Patchekos (63).

Am meistgehörten – und damit für mich persönlich das beste Album war über das Jahr hinweg wohl Tucson von Giant Giant Sand. Von dem Album habe ich 429 Tracks gehört. Qualitativ fast besser fand ich das neue Avett Brothers Album „The Carpenter“ (190 Tracks) – das kam aber erst im September raus.

Neuentdeckung des Jahres:

Definitiv die Two Gallants. Die sind mir zwar laut last.fm schon mal 2007 begegnet, aber ihr neues Album „The Bloom and the Blight„hat mich dann echt begeistert (62 Plays). Leider habe ich es dann doch nicht aufs Konzert Ende November in der Theaterfabrik geschafft geschafft.

Auch noch neu für mich: Brian Lopez (Vorprogramm von Giant Giant Sand).

Bestes Konzert:

Insgesamt waren es dieses Jahr wieder  viel zu wenige Konzerte, zu denen ich es geschafft habe. Vorsatz für’s neue Jahr: MEHR!

Immerhin zweimal habe ich Giant Giant Sand sehen können, wobei das Konzert in München deutlich besser war, als das in Wien, wo der Tontechniker leider einen rabenschwarzen Tag hatte. Schwach war Calexico im November in der Muffathalle. Cool war dagegen Helmet im März im Feierwerk. 20 Jahre „Betty“ und das ganze Album rückwärts chronologisch gerockt.

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Evil Horde

In der aktuellen in-muenchen gibt es in der schönen rubrik „meine Platte“ einen hübschen Rückblick auf die Hardcore und Punk-Szene Münchens der 80er und 90er Jahre.

Und eine der (für mich) wichtigsten Bands dieser Zeit findet auch Erwähnung: die (für mich) legendäre Evil Horde (die auch hier schon mal verewigt wurde)

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Anlass ist das 17. (sic!) Münchner Hardcore-Festival, das am 21. und 22. September im Feierwerk über die Bühne geht.

Hingehen!

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