Dock Boggs – Dock Boggs (1964)

Was für den Banjo-Nerd.

Dock Boggs war einer der Stilprägenden Oldtime-Banjo-Spieler aus den Appalachen. Während er seine ersten Aufnahmen bereits ind en Zwanziger Jahren des letzten Jahrunderts machte, hängte er das Banjo für nahezu 30 Jahre an den Nagel und startete erst in den 60er Jahren mit dem Folk-Revival wieder voll durch. Aus der Zeit stammen auch die Aufnahmen dieser CD, die im Rahmen von Mike Seegers Aufnahmen für Folkway/Smithonian entstanden.

Die CD enthält 15 großartige Tracks – meist Dock Boggs alleine mit seinem Banjo, auf ein paar Tracks wird er von einem Gitarristen begleitet.

Calexico – The Thread That Keeps Us (2018)

Ganz ehrlich: Calexico-Platten kaufe ich ja nur noch aus Gewohnheit, Nostalgie und der Vollständigkeit halber.

So auch die neue CD „The Thread That Keeps Us“ – aber dann bitte schön in der Deluxe-Version mit Bonus-Tracks.

Die CD ist ok. mir geht etwas der klare rote Faden ab – die Stücke mäandern zwischen Rock, Minimalismus und Mariachi ohne wirklichen Wiedererkennungswert.

Vielleicht muss ich mich aber auch nur erst noch reinhören…

 

 

Iron & Wine (Muffathalle, 1.2.2018)

Abendkasse.

„2 mal bitte“

„Gibt aber nur noch Stehplatz.“

„Gab’s denn auch Sitzplätze?“

Gab es. Die Muffathalle war voll bestuhlt – habe ich so auch noch nicht erlebt.
Für uns Stehplatzproletariat war der etwa 10 Meter breite Bereich zwischen Mischpult und Bar reserviert. Während die noblen Sitzplätze dürstend mit ihren Juwelen klimperten, hatten wir jedoch die besten Plätze des Abends: Genügend Bewegungsfreiheit, ein ungehinderter Zugang zur Bar, freie Sicht über die Köpfe der Sitzenden hinweg und perfekt abgemischten Sound. Und Sitzen ist eh für’n Arsch, wie der geneigte Fußballfan weiß.

Die Vorband (Half Waif) war sympathisch, aber doch recht belanglos.

Sam Beam habe ich nun schon zum zweiten mal gesehen. Vor ein paar Jahren in den Kammerspielen war er Solo auf der Bühne, diesmal mit voller Band: Cello, Bass, Piano, Schlagzeug.
Musikalisch gab es viel altes Material, aber auch einiges von der letzten Platte. wunderbar entspannt, kraftvoll.

Ein Highlight des Abends war auch die Bühnengestaltung. kurz über den Köpfen der Band waren fluffige Schäfchenwolken aufgehängt, die zum einen die Höhe der Halle abmilderten und so einen intimeren rahmen suggerierten, und je nach Stimmung in den verschiedensten Farben leuchteten.

Gerne wieder.

 

Colter Wall – Colter Wall (2017)

Erst Januar und womöglich schon die Entdeckung des Jahres [1] Colter Wall ist ein blutjunger (22) Outlaw-Country-Sänger aus Kanada, der letztes Jahr mit dem selbstbetitelten Album sein Debut vorgelegt hat, nachdem er 2015 schon eine EP („Imaginary Appalachia“) veröffentlicht hatte. Sehr spärlich instrumentiert, oft nur mit der Akustikgitarre begleitet, singt er Mörderballaden und Liebeslieder. Clasic Country eben. Musikalisch erinnert das ganze oft an Townes van Zandt, bisweilen an Dave van Ronck oder auch mal Merle Haggard.

1: Mein last.fm-Account verrät mir, dass ich Colter Wall das erste mal im Sommer 2016 gehört ahbe, und auch 2017 durchaus einige male Songs von ihm durch meine Playlists gespült wurden. Richtig bewusst wurde mir der Herr aber erst im Dezember 2017. insofern ist das mit der „Entdeckung des Jahres“ schon ok 🙂

Eläkeläiset (Backstage Halle, 13.01.2018)

Nachdem ich dieses Jahr den traditionellen Neujahrsempfang der Löwenfans Gegen Rechts leider auslassen musste, startet das Konzert mit einem anderen Klassiker.

Humppa.

Vorband machen Schmeisig aus Köln, mit launigem Karnevals-Polka-Cover-Gedöns. Kann man Bier zu trinken.

Zu Eläkeläiset muss man Bier trinken. Geht nicht anders. Alternativ finnischen Vodka. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Band mit angezogener Handbremse unterwegs ist, seitdem der Alkoholpegel auf der Bühne gegen Null geht. Routiniert runtergespielt, amüsant, aber nicht mehr so lustig wie früher(TM). Bierdusche gab’s trotzdem, und nette Menschen getroffen habe ich auch.

Humppa.

Donkeyhonk Company – Long Way Home (2102) und Honkrock (2016)

Mitbringsel vom schönen Leftlane Cruiser-Konzert in der Garage Deluxe.
Die Donkeyhonk-Company macht hübschen Honkeytonk-Bluegrass, und weil mir die Jungs live gut gefallen haben, gab’s für 15€ noch zwei CDs obendrauf.

Auf „Long Way Home“ ist die Company noch ohne Schlagzeug unterwegs, dafür hilft eine Mandoline aus und komplettiert 5-String Banjo/Gitarre und Kontrabass zur klassischen String-Band.

Auf der letztjährigen EP „Honkrock“ ist dann ein Schlagzeuger dabei, was den Sound etwas rockiger macht. Dafür ist ein Teil der Lieder auf Bayrisch.

Gogol Bordello (TonHalle München, 29.11.2017)

Das dürfte jetzt das fünfte mal gewesen sein, dass ich Gogol Bordello live gesehen habe. Und auch wenn ihre Alben von mal zu mal nichtssagender werden – die letzten beiden besitze ich nicht einmal – ist das doch eine der besten Live-Bands, die ich kenne.
Das Set war eine schöne Mischung aus alten Hits und den besseren Stücken des neueren Materials.

Über die Vorband breiten wir mal gnädig den Mantel des Schweigens. Immerhin konnten sie zwei Songs – die haben sie dafür auch jeweils ziemlich häufig gespielt.