J. Marinelli One Man Band – Hinterm KAP37 (30.6.2017)

Das Kulturzentrum KAP37, das mir im letzten Herbst schon die Dad Horse Experience beschert hat, lädt wohl sporadisch zu kleinen Sommerfesten in den Hinterhof. Unter dem Titel „Abendrot im Hinterhof“ waren diesmal The Ukelites aus München – die ich leider verpast habe, mehr dazu bei Herrn Emmer – und J. Marinelli auf der kleinen Bühne.

Nebenbei wurde fleißig gegrillt, getrunken und gequatscht.

Herr Marinelli bemühte sich redlich, seinen One-Man-Band Punk-a-Folk-Mix an die nur mäßig interessierte Zuhörerschaft zu bringen. War aber dennoch nett.

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Nikki Lane – Orange House (28.5.2017)

Nikki Lane ist schon seit längerem mein Favourite unter den weiblichen Country-Sängerinnen (and then came Sarah Shook, but that’s another story…).

Nachdem ich Frau Lane letzes Jahr urlaubsbedingt nicht live erleben konnte, war es klar, dass ich mir das diese Jahr nicht entgehen lassen wollte/konnte/durfte. Das Strom muss  wohl etwas zu groß gewesen sein. Dieses mal durfte Nikki Lane im deutlich kleineren Orange House ran – und auch das war nur mäßig gefüllt. Die Münchner Alt-Country-Szene scheint nicht sonderlich groß zu sein.

Opening Act war Ruby Boots, eine sehr sympathische Australierien, die den größten Teil ihres Sets alleine mit Akustikgitarre (und ein Lied ganz  a capella – Respekt!) bestritt.

Auftritt Nikki Lane: bekleidet in einer knappen Turnhose mit passendem Western-Blüschen und Cowboy-Stiefeln legt sie gut los und spielt einige Stücke von ihrer letzten Platte „Highway Queen“.

Zwischenzeitlich schickt sie die Band (klassisch. Gitarre, Bass, Schlagzeug) in die Pause und sing alleine „Save You“ von ihrem 2011er Debut „Walk of Shame“ und hält sympathischen Small-Talk mit dem Publikum. Nach drei Zugaben ( unter anderem Bob Dylans „You Ain’t Going Nowhere“) ist dann Schluss. Hat mir gefallen.

 

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Jimmie Rodgers – Blue Yodel No 1 (T For Texas)

 

Jimmie Rodgers (1897-1933) ist einer der großen Poeten der amerikanischen Volksmusik. Die Lieder des ehemaligen Eisenbahners handlen von Liebe, Heimweh, Armut, Krankheit und Tod –  und beschreiben so das kurze Leben Rodgers, der mit gerade einmal 35 Jahren an der Tuberkulose starb.

Faszinierend an Jimmie Rodgers Musik sind für mich neben den Texten die scheinbar einfachen Songstrukturen, die sich bei näherem hinhören als durchaus komplex erweisen –  so wechselt er häufig in den Breaks für ein bis zwei Takte zwischen Vers und Strophe vom geraden 2/4 oder 4/4 -Takt in 3/4 oder 6/8-Rhythmen. zudem hat er alseiner der ersten den Jodler in die Country-Musik eingeführt. Beide Merkmale lassen sich gut im „Blue Yodel No 1“ hören. Ein gejodelter Zwiefacher – kennt man sonst so vor allem aus der alpenländischen Volksmusik 😉

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Sarah Shook & The Disarmers – Sidelong (2017)

Für mich bislang das Album des Jahres. Selten hat mich eine Platte von ersten Hören an so überzeugt wie „Sidelong“.

Outlaw-Country at it’s best. Eine Sängerin mit ordentlich Rotz in Stimme und Texten, und mit den Disarmers eine fantastische Band.

Sarah Shook singt nicht sauber, nicht gerade, aber das, was sie singt und wie sie es singt, hört sich verdammt ehrlich an. Die Texte drehen sich – wie sich das bei guten Country-Songs nunmal gehört – um Alkohol, gebrochene Herzen und die eigene Mutter. Das leicht meckernde Vibrato in der Stimme, das sie manchmal einsetzt, habe ich so auch noch nirgends gehört.

Wenn Sarah Shook so weiter macht, werde ich noch viel Freude an ihr haben 🙂

 

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Hayseed Dixie – Backstage Club (25.5.2017)

Party-Mucke am Vatertag. Hayseed Dixie drehen die Hits der Rock- und Popgeschichte durch den Bluegrass-Wolf. Und was dabei rauskommt ist nicht nur verdammt lustig und regt zum exzessiven Biertrinken an, sondern ist musikalisch auch durchaus hohem Niveau. Dass Hits von AC/DC und Motörhead gecovert werden, ist ja fast selbstverständlich. Wenn aber Queens „Bohemian rhapsody“ und die „Strawberry Fields Forever“ der Beatles durchgerockt werden, ist das höchst unterhaltsam. Oder auch Willy Milowitsch.

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The Goddamn Gallows – 7 Devils (2015)

Die Goddamn Gallows sind derzeit meine absolut liebste Gutterbilly-Band diesseits der Rocky Mountains (vielleicht auch jenseits – ich weiß nicht, wo die Buben gerade stecken).

Hillbilly meets Punkrock mit einer ungesunden Portion Creep und fertig ist der perfekte Biertrink-Sound.


Eine der Bands, die ich unbedingt Mal live sehen möchte. Also: Falls das hier ein engagierter Booker lesen sollte: Ab nach München mit denen! Bitte!

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James Leg – Garage Deluxe, 10.03.2017

Zweites Konzert in Folge, und wieder ein Duo mit Schlagzeug und Tasteninstrument. Aber doch etwas anders als Attwenger gestern.
James Leg schleift seine Keyboards durch eine Bass- und einen Gitarrenverstärker. Und so klingt das, was die beiden da oben auf der Bühne veranstalten mehr nach brachialem Blues-Rock-Gitarrenkrach, als nach virtuosem Piano.

James Leg – leider etwas zu dunkel für die Handy-Kamera


James Leg hat eine Stimme, die Lemmy zur Ehre gereicht hätte, und so ist der zwar kurze, aber doch intensive Auftritt sein Geld durchaus wert. Leider haben sich nur wenige Menschen in der Garage Deluxe eingefunden, und ein guter Teil betseht aus Mitgliedern und Freunden der beiden Vorbands.
Hat Spaß gemacht.

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Arizona Amp & Alternator – The Open Road (2017)

Ich schätze, einer der Vorteile, wenn man Musiker ist, ist, dass man machen kann, was einem gefällt. Als halbwegs erfolgreicher Musiker zumindest.

Und wenn Howe Gelb gerade keine Lust hat, an der einen Platte weiter zu arbeiten, dann macht er halt einfach eine andere.

Das kommt schon bisweilen vor – und manche dieser Platte veröffentlicht er dann nicht unter seinem Namen oder unter ‚Giant Sand‘, sonder z.B. als ‚Band of Blacky ranchette‘ oder als ‚Arizona Amp And Alternator‘. Unter letztem Label hat er 2005 eines seiner – wie ich finde – besten Alben veröffentlicht, und vor ein paar Wochen hat er unter dem Namen nachgelegt.

‚The Open Road‘ –  erhältlich als Download auf Bandcamp oder als limitierte Tour-CD (mir waren doie 13$ Versandk0osten dann doch zu happig – daher hab ich das Ding jetzt nur als mp3) – ist eine Ansammlung von Fragmenten und Experimenten der letzten Jahre:

A collection of sketches from several different projects spanning over the last 5 years.

Und es ist wirklich eine schön wilde Mischung geworden. von Country-Folk über Tex-Mex-Mariachi bis hin zu Ragtime-Piano und Rock.

Manchmal Howe alleine, manchmal mit Band, manchmal mit Gastmusikern (Jason Lytle, Lonna Kelley)

Anspieltipps: llueve en mi corazon (#4), shapeshifter (#6), left (10#).

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Elvis Perkins in Dearland (2009)

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, zu allen CDs und LPs, die ich mir neu in den (physischen und/oder virtuellen) Plattenschrank stelle, ein paar Zeilen zu schreiben. Hauptsächlich eigentlich deswegen, um einen Überblick zu behalten, wann ich was neu entdeckt oder erworben habe. Aber auch, um mich zu zwingen, das Zeug, für das ich Geld ausgegeben habe, wenigstens ein mal bewusst zu hören und so den Kauf zu rechtfertigen.

Elvis Perkins ist keine Neuentdeckung für mich – sein „Ash Wednesday“ (2007) begleitet mich schon seit ein paar Jahren zuverlässig. Zwischen den Jahren habe ich mir seinen KEXP-Mitschnitt angesehen (s.u.) und war mir sicher, dass auch die weiteren Platten dieses klasse Songwriters nicht falsch sein können.

Jetzt lag dann also sein zweites Album im Briefkasten: „Elvis Perkins in Dearland“ – zugleich auch der Name der Band. Eine gute Portion Melancholie, übersetzt in tolle Melodien. Dazu passendes Orgel- und Harmonika-Gematsche und die packende Stimme von Elvis Perkins. Schön.

Elvis Perkins in Dearland

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